Sportschau by Christophson

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Archiv für November 2009

Mit Bronzemedaille zur Sportlerin des Jahres

Verfasst von christophson am November 5, 2009

Galanacht des Sports 2009 – Österreich

Kurz vor dem Jahreswechsel ist jene Zeit gekommen einen Rückblick zu halten. Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten eines Jahres werden gewählt. Zwar sind es bis zum Jahr 2010 noch gut zwei Monate, trotzdem wurden bei der Galanacht des Sports die Mannschaft, Sportler und Sportlerin des Jahres gewählt.

Gnädigerweise hat der ORF diese übertragen. Ob diese „Galanacht“ nun eine wirkliche Gala war, kann man vor dem TV nur schwer beurteilen. Die Verleihung war für mich persönlich eher eine Hetzerei und keine wirkliche Feier bzw. Gala. Die Sportler/Innen hätten sich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient, waren die erbrachten Leistungen im vergangenen Jahr doch allemal sehenswert.

Sportler des Jahres wurde Wolfgang Loitzl, der sich vor seinem Springerkollegen Gregor Schlierenzauer und Reinfried Herbst durchsetzte. Wolfgang Loitzl hat diesen Titel mehr als verdient. Seit seinem Juniorenweltmeistertitel im Jahr 1998 sind mittlerweile 11 Jahre vergangen und in diesen Jahren hat Loitzl alle Höhen und Tiefen einer Sportkarriere durchleben müssen. In der abgelaufenen Saison ging ihm dann der „sprichwörtliche“ Knopf auf. Sieger der Vierschanzentournee, WM Goldmedaille im Einzel in Liberec. Ein, in meinen Augen, würdiger Sportler des Jahres 2009.

Sportlerin des Jahres – Mirna Jukic

Bei den Damen fiel die Wahl auf Mirna Jukic. Jukic die im heurigen Jahr die Bronzemedaille bei der Schwimm-WM gewinnen konnte, hat Super-Kombi Weltmeisterin Kathrin Zettel und Gesamtweltcupsiegerin im Mountainbike Elisabeth Osl auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Für mich eine mehr als überraschende Sportlerin des Jahres 2009. Ich will die Erfolge von Jukic in keinster Weise schmälern. Sie hat zahlreiche Titel und Rekorde gefeiert, die im Schwimmsport davor eher selten waren. Nur, sind eine Bronzemedaille bei der WM und ein Europarekord Grund genug dafür, zur Sportlerin des Jahres gewählt zu werden? Bei einem Blick auf die Konkurrenz komm ich persönlich ins grübeln.

Kathrin Zettel gewann die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften und wurde im Riesentorlaufweltcup zweite. Johanna Ernst, Weltmeisterin im Klettern und hat im Jahr 2008 als jüngste Frau den Gesamtweltcup im Klettern gewonnen – eine mehr als hoch einzuschätzende Leistung. Lisi Osl holte als erste Österreicherin den Gesamtweltcup im Cross Country und schrieb somit österreichische Sportgeschichte. Doris Günther wurde Gesamtweltcupsiegerin und zweifache Vizeweltmeisterin im Snowboard. Sind diese Erfolge nicht höher anzusiedeln, als „nur“ eine Bronzemedaille?
Wenn wir schon bei Bronzemedaille sind, warum war Andrea Fischbacher nicht weiter vorne im Klassement zu finden? Schließlich hat sie eine Bronzemedaille bei der Ski-WM in Val d’ Isere gewonnen und hinter der herausragenden Lindsey Vonn den zweiten Platz im Abfahrtsweltcup belegt.

Ein dritter Platz bei einer WM zählt also mehr als Weltmeistertitel und Gesamtweltcupsiege. Ein Nachteil für Johanna Ernst und Lisi Osl ist mit Sicherheit, dass das Medieninteresse an Klettern und Mountainbike leider noch sehr gering ist. Dies wird sich bei weiteren Erfolgen der beiden jungen Damen aber mit Sicherheit schlagartig ändern.

Mannschaft des Jahres 2009 – Skispringer

Zur Mannschaft des Jahres wurden die Skispringer gewählt. Naja, wer sonst, wenn man die Erfolge aus der Saison 2008/09 betrachtet. Der zweite Platz ging an das Biathlon Team und Dritter wurde Rapid. Rapid? Was haben die Jungs aus Hütteldorf im Jahr 2009 für einen großartigen Erfolg gefeiert? Meister wurden die Bullen aus Salzburg. Den Cup gewann die Wiener Austria und auch International war für Rapid nichts zu holen. Sehr unverständlich dieses Ergebnis.
Schließlich gingen die Plätze 4 und 5 an die Beachvolleyballer Gosch/Horst und an Red Bull Racing. Teams, die sich die bronzene Statue allemal verdient hätten.

Fragen über Fragen, die sich mir bei dieser Sportlerwahl stellen und eine bzw. zwei für mich nicht nachvollziehbare Ergebnisse.

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